Centennial Hall Wroclaw
Orte,  Sehenswürdigkeiten

Die Jahrhunderthalle und weitere UNESCO Weltkulturerbestätten in Breslau

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Ihr möchtet Breslau besuchen und fragt euch, ob es dort auch UNESCO Weltkulturerbestätten gibt? Oder ihr wollt alle UNESCO Weltkulturerbestätten in Niederschlesien besuchen und sucht ein paar Informationen dazu? In jedem Fall hoffen wir, dass dieser Artikel euch dabei helfen wird.

Es gibt zwei Weltkulturerbestätten direkt in Breslau und eine weitere ist bloß eine Stunde Autofahrt entfernt. Ihr habt es vermutlich schon erraten, bei der ersten handelt es sich um die berühmte Breslauer Jahrhunderthalle. Die zweite ist direkt nebenan, der Vier-Kuppel-Pavillon. Darum könnt ihr einen Besuch bei beiden total einfach verknüpfen.

Die dritte UNESCO Weltkulturerbestätte, die wir uns hier anschauen werden, sind die schlesischen Friedenskirchen von Glogau, Jauer und Schweidnitz.

Die Jahrhunderthalle in Breslau

Centennial Hall Wroclaw

Lasst uns mit einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Breslau beginnen, der Jahrhunderthalle (“Hala Stulecia”). Wir können absolut nachvollziehen, warum es dieses Gebäude auf die UNESCO Weltkulturerbe-Liste geschafft hat. Wir lieben es so sehr, dass wir es ebenfalls in unserem Logo verwendet haben, das ist euch vielleicht bereits aufgefallen 🙂

Die Breslauer Jahrhunderthalle ist eine Perle der modernen Architektur und wurde von Max Berg entworfen. Als diese gebaut wurde, handelte es sich um das größte mit Stahlbeton gebaute Gebäude der Welt! Der Dom ist 42 Meter hoch und der Durchmesser beträgt 65 Meter.

Durch die verwendeten neuen und innovativen Bautechniken, betrug die Bauzeit nur 15 Monate. Am 20. Mai 1913 wurde die Jahrhunderthalle in Breslau fertiggestellt.

Die Bauarbeiter hatten Angst

Nach einer Dokumentation des SWR, haben sich die Bauarbeiter geweigert bei der Fertigstellung die Verschalung, welche zum Schutz der Konstruktion diente, zu entfernen. Diese hatten Angst, dass das Gebäude sofort kollabieren würde. Darum musste der Architekt Max Berg einen Passanten überreden (mit Hilfe einer Goldmark), um die Verschalung zu entfernen. Die Video- und Bildaufnahmen sind sehr eindrucksvoll und geben weitere Einblicke – ihr könnt die Dokumentation hier auch online finden.

Wenn man heute die Einwohner von Breslau fragen würde, ob man sich ein Leben ohne die Jahrhunderthalle vorstellen kann, so wäre die Antwort sicherlich “nein”. Aber damals, als die Jahrhunderthalle im Bau war, waren viele Leute davon überzeugt, dass man ein solche schlechte Architektur niemals bauen sollte. Viele waren felsenfest davon überzeugt, dass die Konstruktion keine 5 Minuten halten würde. Gott sei dank lagen diese Personen allesamt daneben.

Auch nach über hundert Jahren ist die Jahrhunderthalle in Breslau immer noch einer der wichtigsten Orte für kulturelle und Sportveranstaltungen. Bis zu 10.000 Personen finden Platz im Inneren der Halle. Schaut auch mal auf den Internetseiten vorbei um mehr Informationen zum aktuellen Programm zu erhalten.

Zurück zu den Wurzeln

Nach dem Krieg wurde die Jahrhunderthalle zunächst in Volkshalle („Hala Ludowa“), umbenannt. Heute wird allerdings wieder der originale deutsche Name verwendet. Und natürlich ist der einzige Grund, dass dieses wunderschöne Bauwerk den Krieg überlebte der Fakt, dass es als guter Orientierungspunkt für Luftangriffe diente…

Japanese Garden Wroclaw
Multimedia Fountain Wroclaw

Um die Jahrhunderthalle herum

Ein Besuch der Jahrhunderthalle kann (und sollte) wunderbar mit den folgenden Sehenswürdigkeiten in der direkten Umgebung verbunden werden:

  • Die Pergola ist ein Garten, welcher eine schattierte Passage formt – ein toller Ort für Fotos
  • Der Multimedia Springbrunnen bringt im Sommer fantastische Licht- und Musikshows
  • Der Japanische Garten – ein wundervoller Garten um auch etwas Schatten abzubekommen
  • Das Iglica ist ein großes Nadeldenkmal direkt vor der Jahrhunderthalle. Es ist 96 Meter hoch und wurde nach dem Krieg von polnischen Kommunisten erbaut.

Die Jahrhunderthalle von Breslau ist seit 2006 als UNESCO Weltkulturerbe gelistet, gemeinsam mit dem Vier-Kuppel-Pavillon.

Der Vier-Kuppel-Pavillon

Four Dome Pavilion Wroclaw

Könnt ihr euch vorstellen, dass in der direktem Umgebung der Jahrhunderthalle noch ein weiteres eindrucksvolles Beispiel moderner Architektur steht? Und dieses gleichzeitig noch ein ausgezeichnetes Museum beherbergt? Willkommen beim Vier-Kuppel-Pavillon, oder auch “Pawilon Czterech Kopuł” in Polnisch.

Der Architekt Hans Poelzig hat dieses Kunstwerk erschaffen. Als Grundlage dient ein quadratischer Grundriss mit vier symmetrisch angeordneten Kuppeln. Erneut wurde wieder Stahlbeton verwendet. Was die meisten Besucher aber besonders geniessen können, ist der ungewöhnliche Weg, Dachfenster zu benutzen. Diese wurden so eingearbeitet, dass der Innenraum mit diffusem Tageslicht gefüllt wird.

Innen findet ihr das Museum der zeitgenössischen Kunst

Wir empfehlen in jedem Fall einen längeren Aufenthalt im Vier-Kuppel-Pavillon, da dieser das Zuhause für das Museum der zeitgenössischen Kunst ist (eine Zweigstelle des Nationalen Museums von Breslau). Eines der Highlights ist die dauerhafte Ausstellung von Magdalena Abakanowicz, über die wir auch schon in unserem Artikel über die alternativen Seiten von Breslau berichtet haben. Neben ihren Arbeiten habt ihr auch noch die Gelegenheit, die Kunstwerke von vielen weiteren international bekannten zeitgenössischen Künstlern zu sehen.

Nun haben wir schlechte und gute Nachrichten für euch. Die schlechte ist, dass es in Breslau selbst leider keine weiteren UNESCO Weltkulturerbestätten mehr gibt. Das ist natürlich schade, vor allem weil Breslau so viel zu bieten hat. Wir glauben, dass die Altstadt selbst den Titel ebenfalls verdienen würde.

Aber die gute Nachricht ist, dass ihr nur eine Autostunde entfernt eine weitere besondere Weltkulturerbestätte finden könnt! Ist das nicht cool?

Die schlesischen Friedenskirchen von Glogau, Jauer und Schweidnitz

Die schlesischen Friedenskirchen von Jauer und Schweidnitz (“Kościoły Pokoju w Jaworze i Świdnicy”) sind die größten aus Fachwerk gebauten religiösen Gebäude in ganz Europa.

Was wir bei den Friedenskirchen von Jauer (1654-1655) und Schweidnitz (1657) wirklich absolut mögen, ist die besondere Geschichte. Diese waren ein Ergebnis der Beschlüsse des westfälischen Friedens in 1648. In diesem Jahr erhielten die Protestanten die Erlaubnis neue Kirchen zu bauen, aber natürlich nur unter strengen Auflagen.

Zu der damaligen Zeit war es nahezu unmöglich, die Kirchen unter allen Auflagen fertigzustellen – darum kann man sicherlich von einem Wunder sprechen. Die Bauarbeiter durften keine Kirchtürme oder Kirchglocken bauen. Auch beim Material gab es strenge Auflagen. Es durften nur Materialien wie Holz, Lehm und Stroh verwendet werden. Zusätzlich mussten die Kirchen natürlich ausserhalb der Stadtmauern gebaut werden, was logistisch eine weitere Herausforderung war. Weiterhin, als ob es noch nicht schwierig genug war, war die mögliche Bauzeit auf ein Jahr begrenzt.

Wie ihr seht, wurden den Erbauern viele Steine in den Weg gelegt und aufgrund dessen haben wir heute diese fantastischen Bauwerke.

Auch die Inneneinrichtungen der schlesischen Friedenskirchen sind atemberaubend. Die Wände sind mit Polychrom dekoriert. Es hat mehrere weitere Jahre gebraucht, um die Inneneinrichtung und Dekorationen fertigzustellen!

In Schweidnitz solltet ihr euch auch mal das International Bach Festival anschauen. Weiterhin gibt es ein kleines superschönes Café, welches an die Friedenskirche in Schweidnitz angegliedert ist. Es ist perfekt für ein kleines Frühstück und nennt sich „Baroccafe“.

Breakfast Baroccafe

Auch ist es erwähnenswert, dass es eine dritte Friedenskirche in Glogau gab. Allerdings wurde diese leider im Jahre 1758 durch einen Brand komplett vernichtet.

Schaut doch auch mal in unseren Artikel über die besten Tagesausflüge von Breslau. dort findet ihr auch weitere Informationen zur Anreise. Spolier: Am besten mit den eigenen Auto oder ihr bucht euch hier einen günstigen Tagestrip mit dem Bus.

Alle UNESCO Weltkulturerbestätten in Polen

Falls ihr nun das UNESCO Weltkulturerbestätten-Fieber haben solltet und die drei Stätten um Breslau herum noch nicht ausreichend sind, haben wir noch ein paar weitere Ideen für euch. Hier könnt ihr eine Übersicht über alle UNESCO Weltkulturerbestätten in Polen finden.

Auf den Fotos ein kleiner Eindruck von denen, die wir bereits selbst besucht haben.

Wieliczka
Wieliczka Salzbergwerk
Auschwitz UNESCO
Auschwitz Birkenau
Kraków Old Town
Historisches Zentrum von Krakau

Alle weiteren UNESCO Weltkulturerbestätten in Polen:

  1. Altstadt von Krakau
  2. Die Salzbergwerke von Wieliczka und Bochnia
  3. Auschwitz Birkenau, Deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager
  4. Waldgebiet Bialowieza
  5. Altstadt von Warschau
  6. Altstadt von Zamość 
  7. Deutschordenschloss  Malbork (Marienburg)
  8. Altstadt von Torun (Thorn)
  9. Kalvarienberg Zebrzydowska
  10. Holzkirchen im Süden von Kleinpolen
  11. Muskauer Park / Park Muzakowski
  12. Holzkirchen in den Karpaten von Polen und der Ukraine
  13. Tarnowskie Gory Blei-Silber-Zink-Miene und ihr underirdisches Wassermanagementsystem
  14. Montanregion der prähistorischen Gewinnung von gebändertem Feuerstein
Altstadt von Krakau

Die Salzbergwerke von Wieliczka und Bochnia

Auschwitz Birkenau, Deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager

Waldgebiet Bialowieza

Altstadt von Warschau

Altstadt von Zamość 

Deutschordenschloss  Malbork (Marienburg)

Altstadt von Torun (Thorn)

Kalvarienberg Zebrzydowska

Holzkirchen im Süden von Kleinpolen

Muskauer Park / Park Muzakowski

Holzkirchen in den Karpaten von Polen und der Ukraine

Tarnowskie Gory Blei-Silber-Zink-Miene und ihr underirdisches Wassermanagementsystem

Montanregion der prähistorischen Gewinnung von gebändertem Feuerstein

Die Jahrhunderthalle in Breslau

Der Vier-Kuppel-Pavillon

Die schlesischen Friedenskirchen von Glogau, Jauer und Schweidnitz

Wir hoffen, dass ihr die UNESCO Weltkulturerbestätten um Breslau genauso wie wir genossen habt. Vergesst nicht, auch mal bei unseren anderen Artikeln vorbeizuschauen, wie zum Beispiel den alternativen Top 10 für Breslau.

Für weitere Informationen können wir euch auch den offiziellen UNESCO link für Polen empfehlen.

Habt ihr Kommentare, Fragen oder Anmerkungen? Wir freuen uns, wenn ihr unten einen kurzen Kommentar hinterlassen würdet 🙂

Ein Kommentar

  • Robert

    Hey ihr Lieben,

    cooler Beitrag, speziell die Jahrhunderthalle steht bei unserem nächsten Breslau Besuch definitiv noch auf der Liste!

    Liebe Grüße,
    Nine & Rob

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